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Steuern / Einkommensteuer 
Mittwoch, 08.11.2017

Entfernungspauschale auch bei Hin- und Rückfahrt an verschiedenen Tagen nur einmal zu gewähren

Das Finanzgericht Münster entschied in einem nicht rechtskräftigen Urteil, dass die Entfernungspauschale für Fahrten eines Flugbegleiters zum Beschäftigungsort auch dann nur einmal zu gewähren ist, wenn die Rückfahrt nicht am selben Tag vorgenommen wird wie die Hinfahrt (Az. 6 K 3009/15 E).

Im vorliegenden Fall war der Kläger als Flugbegleiter tätig, was häufig mehrtägige Einsätze erforderte. Er beantragte für das Streitjahr 2014 den Ansatz sämtlicher Fahrtkosten zu seinem Beschäftigungsort nach Dienstreisegrundsätzen. Das Finanzamt berücksichtigte jedoch nur die Entfernungspauschale, wobei es diese für diejenigen Arbeitseinsätze, bei denen Hin- und Rückfahrt auf unterschiedliche Tage fielen, jeweils nur einmal gewährte.

Das FG Münster wies die hiergegen erhobene Klage ab. Nach Auffassung des Gerichts kann der Kläger zunächst nur die Entfernungspauschale beanspruchen, weil sein Beschäftigungsort als erste Tätigkeitsstätte anzusehen ist. Dies ergebe sich bereits daraus, dass er sich für den typischen Arbeitseinsatz immer im Gebäude seines Arbeitgebers an dem im Arbeitsvertrag genannten Beschäftigungsort habe einfinden müssen. Von einem anderen Ort aus habe er nie seine Einsätze begonnen. Die Entfernungspauschale sei lediglich einmal pro Hin- und Rückfahrt anzusetzen und für jeden Tag zu gewähren, an dem der Arbeitnehmer seine erste Tätigkeitsstätte von seiner Wohnung aus aufsuche. Für die Rückfahrt an einem anderen Tag sei kein weiterer Werbungskostenabzug zu berücksichtigen.

Die Revision ist beim Bundesfinanzhof unter dem Az. VI R 42/17 anhängig.

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